Der Heiligengeisthof

Mitten in der City, etwas abseits des belebten Boulevards, befindet sich der Heiligengeisthof. Sein Name geht zurück auf ein gleichnamiges Hospital an dieser Stelle. Hier ließen sich zu Beginn des 13. Jahrhunderts bereits kurz nach der Stadtgründung Brüder und Schwestern der Bruderschaft des Heiligen Geistes nieder.

Das Krankenhaus am Rande der Stadt

Sie pflegten in Erfüllung des christlichen Gebotes der Nächstenliebe Alte, Kranke und bedürftige Menschen. Früher lag das Hospital am Rande der Stadt und am fließenden Wasser. Der Straßenname Faule Grube erinnert heute noch an einen längst versiegten Nebenlauf der Warnow. Wasser und die Randlage waren notwendig, um einen einigermaßen hygienischen Standart zu wahren und um im Falle einer der gefürchteten Seuchen - erinnert sei beispielsweise an die Pest - eine rasche Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.

Abriss

Ursprünglich bestand das Hospitalensemble aus einer fünfschiffigen, nahezu quadratischen Kirche und dem angrenzenden Hospitalhof mit den ihn umschließenden Präparandenhäusern und dem Armenhaus. Nach der Reformation ging die Armen- und Krankenpflege in die Hand der Stadt über und das Hospital verlor seine Bedeutung. Die Kirche wurde bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts wegen Baufälligkeit abgerissen. Lediglich die Anlage des Wirtschaftshofes erhielt sich bis in die heutige Zeit.

Platz der Ruhe und Erholung

Ehemals ein Ort der Pflege und Genesung, ist der Heiligengeisthof heute Stätte der Ruhe, der Erholung und des Verweilens. In seiner nahen Umgebung haben sich eine Vielzahl von Geschäften in den frisch sanierten, kleinen Häusern niedergelassen, die sich zu einem Anziehungspunkt in der Stadt entwickelten.

Pferdebrunnen

In der Mitte des Hofes befindet sich ein so genannter Pferdebrunnen: ein Relikt aus einer längst vergangenen Zeit, als die Kutscher ihre Pferde hier mit frischen Wasser versorgten und sich selbst in einem der umliegenden Wirtshäuser ein Bier durch die durstige Kehle rinnen ließen. Während in der oberen Schale die Vögel badeten und in der Mitte die Pferde tranken, labten sich in der unteren Schale Katzen und Hunde am kühlen Nass.

Pfarrhaus

Das zum Hospital gehörende Pfarrhaus liegt mit seinem Giebel zur Fußgängerzone und ist ein mittelalterlicher Bau mit spätgotischem Staffelgiebel. Seine Backsteinfassade ist geschmückt mit zahlreichen Terrakotta-Schmuckelementen und Blenden aus glasierten Ziegeln. Heute erstrahlt die Fassade nach vielen hundert Jahren, nach überstandenen Kriegen und Feuersbrünsten wieder im alten Glanz. Sie bildet ein beliebtes Fotomotiv für die vielen Touristen, die die Hansestadt besuchen.